Über LSBTTIQ

Was bedeutet LSBTTIQ?

 

LSBTTIQ ist ein Akronym, also eine Abkürzung, die sich aus folgenden Wörtern zusammensetzt (im Folgenden sind die entsprechenden Wikipedia-Artikel zum Weiterlesen verlinkt):

 

Lesbisch = Sexuelle Orientierung, bei der sich Frauen körperlich und/oder emotional ausschließlich zu anderen Frauen hingezogen fühlen (in gleicher Bedeutung für lesbisch/schwul kann auch homosexuell und, in erster Linie für schwul aber teilweise auch für lesbisch, gay verwendet werden).

 

Schwul = Sexuelle Orientierung, bei der sich Männer körperlich und/oder emotional ausschließlich zu anderen Männern hingezogen fühlen (in gleicher Bedeutung für lesbisch/schwul kann auch homosexuell und, in erster Linie für schwul aber teilweise auch für lesbisch, gay verwendet werden).

 

Bisexuell = Sexuelle Orientierung, bei der sich Frauen und Männer körperlich und/oder emotional zu anderen Männern und Frauen hingezogen fühlen (darüber hinausgehend gibt es die Begriffe der Polysexualität und der Pansexualität, die Menschen beschreiben, die sich körperlich und/oder emotional zu anderen Menschen, unabhängig von deren Geschlechtsidentität oder Geschlecht hingezogen fühlen).

 

Transsexuell = Geschlechtsidentität, bei der es sich um Männer, die im Körper einer Frau geboren werden und Frauen, die im Körper eines Mannes geboren werden, handelt. Das empfundene Geschlecht stimmt also nicht mit den biologischen Geschlechtsmerkmalen überein. Die Begriffe Transsexualität und Transgender werden manchmal auch synonym verwendet oder durch ganz andere Bezeichnungen ersetzt. Als Sammelbegriff kommt trans* vor.

 

Transgender = Geschlechtsidentität, die Menschen bezeichnet, die sich weder komplett als Mann noch als Frau fühlen, also "zwischen" den Geschlechtern stehen. Die Begriffe Transgender und Transsexualität werden manchmal auch synonym verwendet oder durch ganz andere Bezeichnungen ersetzt. Als Sammelbegriff kommt trans* vor.

 

Intersexuell = Körperliche Geschlechtsvariationen, bezeichnet also Menschen, die, in sehr unterschiedlicher Ausprägung, beiderlei Geschlechtsmerkmale aufweisen und daher nicht einem spezifischen Geschlecht zugeordnet werden können (die Begriffe Hermaphrodit und Zwitter werden teilweise in gleicher Bedeutung verwendet, letzteres kann aber als abertend empfunden werden).

 

Queer = Sammelbezeichnung für von der gesellschaftlichen Norm abweichende Geschlechtsidentitäten und sexuelle Orientierungen. Dabei sind mehr als die nur oben genannten inbegriffen, nicht jedoch alle Geschlechtsidentitäten und sexuellen Orientierungen die es gibt, mit einbezogen. Je nach Auslegung kann zu queer auch noch folgendes gehören:

  • Asexualität = Bezeichnet das generelle fehlen einer sexuellen Anziehung, wobei hier verschiedene Abstufungen vorgenommen werden können.
  • Transvestitismus = Hierbei handelt es sich nicht um eine sexuelle Orientierung, eine Geschlechtsidentität oder um körperliche Geschlechtsvariationen. Generell bezeichnet Transverstitismus das Tragen der Kleidung des anderen Geschlechts. Zum Besipiel Drag Queens, also Männer, die Frauen in überzeichneter Weise künstlerisch darstellen, und Drag Kings, also Frauen, die Männer in überzeichneter Weise darstellen, fallen unter diesen Begriff. Transvestitismus ist unabhängig von der sexuellen Orientierung, der Geschlechtsindetiät und von körperliche Geschlechstmerkmalen.

 

Nach dem gleichen Prinzip sind auch die Abkürzungen LSBTI und das englische LGBT gebildet, wobei sie weniger Begriffe, und damit Personengruppen, als das Wort LSBTTIQ beinhalten, das deshalb von den RainbowStars bevorzugt verwendet wird. Das G, für gay, in der englischen Variante entspricht dem deutschen S für "schwul".

Im Begriff LSBTTIQ sind sexuelle Orientierungen, Geschlechtsidentitäten und körperliche Geschlechtsvariationen enthalten. Diese Kategorien verhalten sich unabhängig voneinander. Das heißt, die sexuelle Orientierung eines Menschen hat zum Beispiel keinen Einfluss auf deren Geschlechtsidendität und umgekehrt. Bei all diesen Kategorien geht es außerdem nicht um Sexualpraktiken! Das wiederkehrende Wortbestandteil "-sexualität" ist jeweils im Sinne des lateinischen Wortes "sexus" also "Geschlecht" und nicht im Sinne des Geschlechtsverkehrs zu verstehen.

 

Deckt LSBTTIQ alles Relevante ab?

 

Da der Begriff mit dieser Absicht geschaffen wurde, alle von der Mehrheit abweichenden sexuellen Orientierungen und geschlechtlichen Identiäten/Geschlechter in ein Wort zu fassen, deckt er auch das Wesentliche ab. Für die mehrheitlich vorkommende sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität gibt es darüber hinaus diese Begriffe:

 

Heterosexualität = Sexuelle Orientierung, bei der sich Männer körperlich und/oder emotional ausschließlich zu Frauen und Frauen aussließlich zu Männern hingezogen fühlen.

 

Cisgender = Geschlechtsidentität, bei der es sich um Männer, die im Körper eines Mannes geboren werden und Frauen, die im Körper einer Frau geboren werden, handelt. Das empfundene Geschlecht stimmt also mit den biologischen Geschlechtsmerkmalen überein.

 

Dass insbesondere die Kategorisierung von sexuellen Orientierungen nicht zu 100% trennscharf ist, zeigt zum Beispiel das Bestehen von Begriffen wie "Männer, die Sex mit Männern haben", unter denen sich auch Männer befinden, die sich selbst als heterosexuell bezeichnen.

 

Was gehört nicht zum Begriff LSBTTIQ?

 

Wie bereits erwähnt, sind Sexualpraktiken kein Bestandteil des Begriffs. Weitere sexuelle Präferenzen, deren Einordnung als sexuelle Orientierung umstritten ist, gehören ebenfalls nicht mit dazu. Diese sind zum Beispiel:

  • Objektsexualität = Also Menschen, die sich von unbelebten Dingen sexuell angezogen fühlen.
  • Zoophilie = Auch als Sodomie bezeichnete sexuelle Anziehung gegenüber Tieren.
  • Pädophilie = Also Menschen, die sich von vorpubertären Kindern sexuell angezogen fühlen (daneben gibt es auch Bezeichnungen für die sexuelle Anziehung gegenüber anderen Altersgruppen).

Im Gegensatz zu den im Begriff LSBTTIQ enthaltenen sexuellen Orientierungen, die sich auf Augenhöhe abspielen, besteht bei diesen eben genannten sexuellen Präferenzen stets ein Gefälle (da Kinder z. B. noch nicht sexuell mündig sind, siehe z. B. Schutzalter, oder Objekte generell keine Gefühle erwidern können). Es ist deshalb schlichtweg falsch, diese Dinge mit LSBTTIQ in einen Topf zu werfen!

Generell wird die Frage nach der Anzahl von Partnern ebenfalls aus dem Begriff LSBTTIQ ausgeklammert. Siehe zu diesem Thema zum Beispiel Monogamie und Polyamory.

 

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